Es war einmal ...

Ausgelöst durch die Lebensmittelknappheit während des ersten Weltkriegs wurde entschieden deutschlandweit bisher nicht genutzte Flächen urbar zu machen. Dies führte im Jahr 1916 zur Gründung des Wasser- und Bodenverbands Großenwede per Erlass durch den damaligen Landrat in Soltau.

Die ortsansässigen Landwirte lehnten dies ab, weil sie zusätzliche Kosten auf sich zukommen und keinen Nutzen darin sahen. In Schultenwede wurde ein Gefangenenlager errichtet, das der Führung des Gefangenenlagers in Soltau unterstand.

Die dort inhaftierten Gefangenen haben in den Folgejahren über 30 km Entwässerungsgräben per Hand, teilweise hüfthoch im Morast steckend, ausgehoben. Die Entwässerung ermöglichte in den Folgejahren erst die Kultivierung der Flächen zwischen Schultenwede/Großenwede, Fintel und Ostervesede.

 

Heinrich Röhrs hatte im ersten Weltkrieg ein Bein verloren und lebte mit seiner Frau Emma als Häusling auf dem Hof Schmidt in Schultenwede 2. 1927 erwarb das Ehepaar ein Grundstück von 5,30 ha vom Bauern Schröder, Schultenwede 1, um sich darauf eine eigene Existenz aufzubauen. Die Familie hatte bereits sechs Kinder. Die Fläche bestand überwiegend aus Ödland und musste zunächst kultiviert werden.

Am 1. Mai 1928 zog die Familie ins neu errichtete Haus ein.

Der Viehbestand umfasste anfangs drei Kühe, einige Schweine und ca. 30 Hühner. Zwei Jahre später konnte ein Pferd mit Ackerwagen und Geräten gekauft werden. Im Laufe der Jahre konnten Flächen erworben und der Viehbestand vergrößert werden. Auch Gebäude kamen hinzu, z.B. eine Scheune, ein Hühnerstall, der später zum Rinderstall umgebaut wurde und Anbauten im Wohnbereich und am Schweinestall.

1960 wurde der erste Schlepper der Firma IHC mit 24 PS angeschafft.

1970 wurde dieser gegen einen neuen Schlepper mit 40 PS und Frontlader getauscht. Derzeit werden auf dem Betrieb sechs Schlepper zwischen 100 und 360 PS genutzt.

 

1979 wurde der nächste Schritt zur Spezialisierung mit dem Bau eines Boxenlaufstalles mit 55 Liegeplätzen und modernem Fischgrätenmelkstand getan. Wenige Zeit später wurde die Schweinehaltung beendet und von da an ausschließlich Milchvieh- mit angegliederter Mastrinderhaltung betrieben.

Das Heben von Synergieeffekten im Betrieb und die nachhaltige Nutzung der Ressourcen stand schon immer im Mittelpunkt unserer unternehmerischen Entscheidungen. So wurden seit Beginn der Mechanisierung Maschinengemeinschaften mit benachbarten Betrieben gebildet. Auch heute noch gibt es Partnerschaften zur gemeinsamen Nutzung der Landmaschinen.

Ab 1995 beschäftigte man sich mit einem neuen

Betätigungsfeld - Biogas.

Am 23.10.1996 wurde auf unserem Betrieb erstmals Strom und Wärme aus Biogas produziert. Näheres unter dem Punkt „Biogas“.

Durch familiäre Umstände wurde die Milchviehhaltung im Jahr 2001 aufgegeben und der vorhandene Boxenlaufstall in einen Maststall umgebaut. Die Viehhaltung beschränkte sich von da an ausschließlich auf die Mastbullenhaltung, die schließlich 2009 aufgegeben wurde weil sie nicht gewinnbringend war und nicht ausreichend Flächen zur Verfügung standen.

Das Wohnhaus im Jahre 1980. Man sieht den gerade errichteten Boxenlaufstall.

2007 hat sich schon vieles verändert. Die auf 500 kW erweiterte Biogasanlage läuft problemlos und die Fahrzeugwaage ist gerade im Bau.

In der Luftaufnahme von 2014 kann man das neue Gärrestelager erkennen.

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